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Wer von uns Alleinerziehenden kennt sie nicht, die Ohnmacht aufgrund von Ungerechtigkeit und Willkür, denen wir und unsere Kinder im Alltag so oft ausgesetzt sind, trotz all unseren Anstrengungen, das Beste aus unserer Situation zu machen und allen und allem gerecht zu werden. Doch da sind es meist individuelle Handlungen und Kommentare von unverständigen Menschen, die uns verletzen. Dass wir uns aber auch gegen den Staat – in unserem Fall dem Kanton St. Gallen - wehren müssen, weil er uns während Jahren entgegen geltendem Bundesrecht zu hohe Steuern eingefordert hat, das hätten wir doch nie gedacht! Dabei verteidigte er diese Ungerechtigkeit noch beharrlich, in dem er sich auf Rechtsgleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit berief, notabene Werte, die er ab 2001 selber missachtete, indem er uns Einelternfamilien Bundesrecht aberkannte. Dank einer SP-Motion vom Frühjahr 2006 im St. Galler Kantonsrat – knapp mitgetragen von Vertretern anderer Parteien – erhielt die Regierung den Auftrag, einen Rückerstattungsmodus ausarbeiten. Zwei Jahre hat dies gedauert und sie hat – wie beschämend – gleichzeitig Nichteintreten beantragt. Dank dem SVAMV kam es zum Bundesgerichtsurteil vom Oktober 2005, das die St. Gallischen Steuerbehörden verurteilte. Die Informationen, die der SVAMV vor der jetzigen Steuerdebatte veröffentlichte und direkt an alle kantonalen Parlamentarier und Parlamentarierinnen richtete, bewirkten einen allgemeinen Sinneswandel, so dass sich letztlich nur die SVP gegen eine Rückerstattung entschied. Alle andern Parteien erkannten die Ungerechtigkeit und stimmten für eine Wiedergutmachung. Das Verhältnis von 120 zu 31 Stimmen zu Gunsten der Einelternfamilien fiel unerwartet, aber höchst erfreulich deutlich aus. Schlussendlich doch noch überzeugende Solidarität und Gerechtigkeit zu erfahren freut uns enorm und lässt nicht nur finanzielle, sondern auch moralische Wunden heilen. Dies bestärkt uns, wieder daran zu glauben, dass eine Mehrheit unserer Politikerinnen und Politiker für wahre Werte einsteht und nicht zulässt, dass man uns Einelternfamilien betrügt. Der gefallene Entscheid beruht für uns denn auch nicht auf rein strategischer Wahlpropaganda, sondern auf Anstand und Respekt gegenüber uns Alleinerziehenden. In regelmässiger Absprache mit dem SVAMV haben wir in den vergangenen zwei Jahren immer wieder an das Thema erinnert, mit Leserbriefen die Bevölkerung informiert und sensibilisiert, Politikerinnen und Politiker angeschrieben und mit ihnen schriftlich und mündlich debattiert. Es war sehr herausfordernd. Der Sieg der Gerechtigkeit krönt nun all diese Anstrengungen und erinnert an die weisen Worte der amerikanischen Anthropologin und Ethnologin Margaret Mead (1901-1978): „Bezweifle nie, dass eine kleine Gruppe nachdenklicher, engagierter Menschen die Welt ändern kann. In der Tat, nur durch sie lässt sie sich ändern!“ Ursula Mägerle und Imelda Morgenthaler, Buchs SG, und Brigitta Wettstein, Bad Ragaz, sowie Rose Gschwend, St. Gallen (Mitglied des Vereins Alleinerziehender Mütter und Väter St. Gallen Appenzell) 25.02.2008
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