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Endlich Ferien, die Kinder für zwei Tage bei der Grossmutter in den Ferien – endlich nicht mehr um halb sechs in der Früh aufstehen, schlaftrunken in die Dusche wanken, Frühstück vorbereiten ( ja, meine Kinder gehören noch zu der Spezies, die vor dem Unterricht ein Frühstück einnehmen), Kinder wecken, resp. aus dem Bett zerren und psychisch auf den Tag vorbereiten, aufräumen und dann spätestens um 7Uhr aus dem Haus um dem 100% Broterwerb nachzugehen. Endlich nicht mehr aufstehen, nicht aufstehen – gar nicht mehr aufstehen! Wie immer zu Beginn der Ferien bin ich einfach nur noch erschöpft, ausgelaugt. Diese Erschöpfung zeigt sich in einer, nennen wir es mal, Totenstarre. Da lieg ich denn nun in dieser Totenstarre, aufstehunfähig, mit Blick an die Decke, geistig dumpf, körperlich bewegungsunfähig, fühle mich, als hätte ich soeben den Ironman gemacht - leider ohne Endorphinausschüttung!
Statt Endorphine schütte ich angesichts meines Zustandes eher Noradrenalin aus. Ein solcher Zustand kann doch nicht normal sein! Und es kann nicht normal sein, dass ich als Alleinerziehende in der Schweiz laufend dafür bestraft werde, dass ich alleinerziehend bin. Ich empfinde mich mit meinen Kindern zusammen durchaus als Familie, werde aber in diesem Staat und von zu vielen Politikern nicht als solche wahrgenommen. Viel mehr noch, ich lebe in einem Staat, der seine Alleinerziehenden so fordert, dass diese früher oder später nur noch in die Totenstarre fallen müssen, da Körper und Geist ihren Dienst wegen permanenter Überbeanspruchung versagen. Denn seien wir mal ehrlich: Wollen Alleinerziehende nicht in die Armutsfalle tappen und ein durchschnittliches Einkommen erzielen, dann müssen sie, ob sie wollen oder nicht, selbst mit allfällig ausbezahlten Alimenten, eigentlich zu 100% arbeiten. Ganz nebenbei erledigen sie ja auch noch die mannigfaltigen Aufgaben, welche eine adäquate Erziehung mit sich bringen und dies oft 365 Tage im Jahr. Damit es im Beruf karrieretechnisch vorwärts geht, was unabdingbar wird, wenn man in der Schweiz seinen Lebensunterhalt nachhaltig sichern möchte, darf dann der Alleinerziehende abends jeweils noch Weiterbildungskurse belegen um sich vorher und hernach hingebungsvoll um Kinder, Haushalt, Einkauf und Buchhaltung zu kümmern...
Aber für die Erholung sind ja die Ferien da, in welchen ich mich notabene befinde. Nach zwei Tagen Totenstarre fühle ich mich das erste Mal wieder fähig meinen linken Zeigefinger anzuheben. Gleichzeitig stellt meine Gehirn auf „Betrieb“ um und ich kann mich daran erinnern, dass sich im Nebenzimmer Papiere und Wäsche stapeln und die Administration, Buchhaltung und Botengänge, welche ich auf die Ferien verschoben habe, mangels Zeit während des Alltags, sehnlichst auf meine Bearbeitung warten. Ach ja, und ab heute habe ich ja wieder Kinder, welche doch gerne mal mit mir etwas unternehmen möchten und erzogen und genährt werden sollten; jedoch im Kühlschrank offenbart sich mir eine gähnende Leere…. „Herzlich Willkommen im Leben“, seufze ich. Aber eben, schön sind sie gewesen meine zwei Ferientage - und unter uns: zwei Tage „Erholung“, das muss dann für eine Alleinerziehende schon mal reichen. Mehr wäre Luxus!
Danielle S.
25.09.2009
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